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Olaf Groß

Rücksendekosten werden zum neuen USP – wenn man sich es leisten kann

Olaf Groß | 11.12.2012 | Marketing

Ab 2014 dürfen Shopbetreibern ihren Kunden die Rücksendekosten bei einer Retoure auferlegen. Damit endet nach Jahren der deutsche Sonderweg um die 40-Euro-Klausel. Ob die Online-Händler von diesem Recht Gebrauch machen werden, hat die Forschungsgruppe retourenforschung.de untersucht.

Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zeichnet sich ab.

Die absolute Mehrheit (81,8 Prozent) der 302 befragten Online-Händler plant künftig die Rücksendekosten dem Verbraucher aufzuerlegen. Dies wird möglich, sobald die neue EU-Verbraucherrechterichtlinie in nationales, sprich deutsches Recht umgesetzt worden ist.

Allerdings haben die Forscher der Universität Bamberg eine interessante Entdeckung gemacht. Mit zunehmender Unternehmensgröße, gemessen am Umsatz, steigt die Bereitschaft, die Rücksendekosten gleichsam als Verkaufsvorteil für den Kunden zu übernehmen.

“Eine Detailauswertung derjenigen Teilnehmer, die sowohl eine Angabe zum erzielten Umsatz als auch zu Rücksendegebühren gemacht haben (N=234), zeigt, dass der Wille, die Kosten der Rücksendung auf den Kunden zu übertragen, mit zunehmendem Umsatz abnimmt.”

Bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro haben sich 60 Prozent dafür entschieden, die Rücksendekosten zu übernehmen.

Mit diesen Kosten müssen Verbraucher rechnen

Weiterhin ergab die Umfrage, dass Verbraucher etwa fünf bis sechs Euro für die Rücksendung berappen werden müssen.

Auf Basis der Erhebung scheint eine Rücksendegebühr von 5-6€ als realistisch. Es bleibt allerdings abzuwarten, inwieweit die Unternehmen ihre Pläne im Markt durchsetzen (können). Da es eine Rücksendegebühr ermöglicht, entstehende Kosten verursacherbezogen an die retournierenden Kunden weiterzugeben, eröffnen sich zusätzliche Spielräume hinsichtlich der Preis- und Versandkostengestaltung.

15 Reaktionen zu “Rücksendekosten werden zum neuen USP – wenn man sich es leisten kann”

  1. llamaz

    Da ich vermute daß das Versandrisiko weiterhin beim Händler bleibt, denke ich daß viele Händler weiterhin lieber einen Retourenschein anbieten werden – bevor die Kunden plötzlich das teure Smartphone als unversichertes Päckchen versenden.

    Letztendlich hängt das ganze auch von der Branche ab und wie hoch überhaupt die Rücksendequote ist.

    Meine Vermutung ist eher, daß viele Händler eine eigene Staffelung anbieten werden und die Rücksendekosten dann z.B. ab 50 oder 100 EUR übernehmen.

  2. Michael

    llamaz: Ohne Nachweis des Versandes kein Risiko für den Händler. Das ist ein Irrtum der durch die Welt geistert. Im Falle eines Verlustes muss der Verbraucher beweisen, dass er überhaupt ein Paket verschickt hat.

  3. Shopbetreibern dürfen Rücksendekosten bei einer Retoure berechnen - Ein Blog für Rödermark

    [...] 11.12.2012 ( KOD )   Rücksendekosten werden zum neuen USP     Artikel aus shopbetreiber-blog.de [..]Die absolute Mehrheit (81,8 Prozent) der 302 befragten Online-Händler plant künftig die Rücksendekosten dem Verbraucher aufzuerlegen. Dies wird möglich, sobald die neue EU-Verbraucherrechterichtlinie in nationales, sprich deutsches Recht umgesetzt worden ist.[...]Lesen Sie den ganzen Artikel bei shopbetreiber-blog.de [...]

  4. nespro24.de

    Bisher habe ich meine Aeroccinos nicht ins Ausland verschickt, da mir das Risiko der Rücksendekosten viel zu hoch war. Nun kann ich auch nach dort einen Versand anbieten, da der Käufer nun die Rücksendekosten zu tragen hat, wenn er auf einmal meint, das Gerät gefällt ihm nicht.
    Ist nun nur noch das Risiko bei einem Garantiefall, denn hier trage ich als Verkäufer die Portokosten hin und zurück.

  5. Großteil der Online-Händler wollen Rücksendekosten ab 2014 nicht mehr übernehmen » t3n - Das Magazin für Digitales Business | we love technology

    [...] In Deutschland müssen Händler im Falle eines Widerrufs die Rücksendekosten tragen, wenn der entsprechende Warenwert über 40 Euro liegt. Doch das Ende der sogenannten 40-Euro-Klausel wurde schon im vergangenen Jahr im Rahmen einer länderübergreifenden Anpassung der EU-Richtlinien beschlossen. Demnach können Online-Shops in Deutschland die Rücksendekosten ab 2014 ihren Kunden in Rechnung stellen. Forscher der Universität Bamberg haben nun untersucht, wie Online-Händler auf diese Neuerung reagieren wollen, berichtet der Shopbetreiber-Blog. [...]

  6. Thomas Moos

    Das Ergebnis der Umfrage, hinsichtlich der Unternehmensgröße ist schon sehr interessant. Wenn man davon ausgeht, dass kleine Unternehmen häufig weniger Umsatz und durch die schlechteren Einkaufskonditionen und Zahlungsziele auch geringere Rendite erwirtschaften, bzw. ihnen gegenüber keine Lieferantenkredite gewährt werden, verwundert das Ergebnis nicht. Für kleine Unternehmen stellt eine hohe Retourenquote ein existenzielles KO-Kriterium dar. Große Unternehmen locken hingegen dadurch noch mehr Kunden an und laden aus meiner Sicht durch deren Retourenregelung(versandkostenfrei) förmlich zum Missbrauch und zur Wettbewerbsverzehrung gegenüber kleinen und umsatzschwächeren Mitwettbewerbern ein. Das erinnert mich überspitzt an die Finanzmärkte. Unternehmen wie Zalando machen Umsatz ohne Ende, dummerweise jedoch keine Gewinne und zerstören durch ihr Geschäftsmodell kleine Unternehmen, die keine Millionenkredite ohne Laufzeiteinschränkung erhalten.

  7. David Schmidt

    Welche Paragraphen werden nun gelten?
    Steht der Gesetzestext schon?
    Wer trägt nun das Risiko des Versanden?

    Kann mir jemand diese Fragen beantworten?

  8. Martin Rätze

    Nein, der Gesetzestext steht noch nicht. Der Bundestag wird wohl aber noch in dieser Legislaturperiode entscheiden. Der Händler wird weiterhin das Risiko des Versendens tragen.

  9. Stephan Hölscher

    Für Betsandskunden, oder bei berechtigten Gründen wird es sicher kein Problem sein, die Rücksendekosten zu übernehmen. Die Masse der “Rücksender” sind aber leider Geiz ist Geil Schnäppchenhopper, auf die man besser verzichten kann, da die keinen Ertrag fürs Unternehmen bringen, sondern nur Kosten verursachen. Für diese Art Kunden, macht es natürlich wenig Sinn, zusätzlichen Service anzubieten, denn die sieht am am liebsten gar nicht wieder.

  10. lima-shop

    Hier ist es langsam auch höchste Zeit dass eine neue Regelung geschaffen wird. Diese 40 Euro Klausel ist mal wieder Mist der auf deutschem Boden gewachsen ist.

  11. Bine

    So lange noch?Wir gingen von Mitte 2013 aus. Ich bin gespannt wie sich das noch entwickeln wird und was sich die Kunden dann einfallen lassen werden um sich um die Rücksendekosten zu drücken. Ich könnte mir dann Garantiefälle usw. am laufenden Band vorstellen. Die großen werden natürlich mit kostenfreier Rücksendung werben wie bisher. Mal sehen was noch passieren wird…

  12. Gartenfackeln by Villa Casa

    Wir werden unseren Kunden die Rücksendekosten weiterhin erstatten bzw. die Rücksendung kostenlos anbieten.

  13. Robert

    Denke mal es wird Zeit das sich da was ändert. Eine Auswahlsendungen und daher eine 100% Retoure zu erzeugen ist doch nicht der Sinn der Sache. Wenn man heute in die Stadt fährt und dort dann nichts findet bekommt man sei Benzin und Parkgebühr auch nicht erstattet. Etwas mehr Respekt wäre schon gefragt da man als Versender ja auch nichts kann, wenn es Leute gibt die einen als Verleih missbrauchen.

  14. Ralph

    Ist nur richtig so, diese “Bestellen wir einfach mal und schicken es dann zurück” Mentalität schwächt den Einzelhandel und führt langfristig zu höheren Preisen. Zudem ist die Erstattung von Versandkosten meiner Meinung nach sowieso Blödsinn. Oder hat schon mal jemand vom Media-Markt die Erstattung der Fahrtkosten verlangt nur weil das gekaufte 2m Scartkabel doch zu kurz ist? Die Kunden sollten lieber die Angebotstexte richtig lesen dann sind ein Großteil der Rücksendungen erst gar nicht notwendig. Und Textilien kauft man eh nicht Online, dass hat noch nie Funktioniert.

  15. Udo Thiem

    Da ich sehr gute Kunden und eine Rückversandquote von unter einem Tausendstel habe werde ich den kostenlosen Rückversand anbieten. Ist schließlich auch eine Grund bei mir zu bestellen.

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