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Olaf Groß

Umweltschützer fordern: Schluss mit kostenlosen Retouren

Olaf Groß | 18.09.2014 | Marketing

„Kostenlose Retouren darf es nicht geben“. Unter dieser Überschrift fordert der BUND e.V. Bundesverband ein Umdenken in der Retourenpolitik der Online-Händler. Der Internethandel habe enorme Belastungen für alle Bürger zur Folge, deren Kosten die Allgemeinheit trage, so die Argumentation.

Verstopfte Straßen und durch Zustellfahrzeuge blockierte Fahrradwege. Unzählige LKW befördern Tag für Tag Pakete aus dem Online-Handel quer durch die Republik. Hinzu kommen noch Belastungen der Allgemeinheit durch Retouren. Dieses Horrorszenario zeichnet Antje von Broock, Leiterin Klimateam, BUND e.V. Bundesverband, in einem Gastbeitrag im Blog des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh).

Vor allem die anfallenden Retouren verursachten eine enorme Belastung für die Allgemeinheit, führt von Broock aus:

„Und dabei sind die von der Allgemeinheit zu tragenden Belastungen, wie die erhöhte Abnutzung der Straßen, gestiegene Gesundheitskosten durch mehr Lärm und Abgase und die Klimafolgen durch den erhöhten CO2-Ausstoß nicht einmal eingerechnet.“

Ebenfalls bedenklich sei der unverhältnismäßig hohe Einsatz von Füllmaterialien beim packen der Pakete. Indem die Umverpackung vieler Waren nicht den Standardkartonagen der Händler entspreche, werde „in vielen Fällen einfach ‘Luft‘ durch die Gegend gefahren.“

Allerdings verweißt der bevh in diesem Zusammenhang auf die ottogroup, die jüngst für ihre CorporateSocial Responsibility Strategie von der Bundesregierung ausgezeichnet wurde. Wirtschaftlicher Erfolg und Nachhaltigkeit seien durchaus vereinbar, was auch bereits im operativen Geschäft umgesetzt werde, erläutert Martin Groß-Albenhausen, Referent für E-Commerce und Marketing beim bevh:

„Der „ökologische Fußabdruck“ in der Logistik betrifft auch nicht nur die Zustellung und Retouren. Aus der Branche selbst sind Lösungen entstanden wie Mehrweg-Kartons, Alternativen zu Füllmaterialien oder auch das Angebot an die Kunden, auf Wunsch die Zustellung in einem wiederverwendeten Karton zu erhalten.“

Retouren auf Kosten der Allgemeinheit

Daher fordern die Umweltschützer klar und unmissverständlich:

  • Preise rauf bei Expresslieferungen, da diese mehr Kosten verursachten als Standardlieferungen.
  • Keine kostenlosen Rücksendungen für Verbraucher, weil die entstehenden Kosten zu Lasten der Allgemeinheit gingen.

Ein weiterer Effekt des Online-Handels sei die Verödung von Innenstädten und die nachlassende Versorgung in ländlichen Gebieten.

„Innenstädte veröden, weniger mobile Menschen haben keine Einkaufsmöglichkeiten mehr vor Ort, der Verkehr und damit die Belastung durch Lärm und Dreck wächst, auch durch dann immer mehr Onlinebestellungen und zusätzliche Lieferfahrten.“

Doch in welcher sähen die Umweltschützer den Online-Handel gerne? Auch hierzu hat Antje von Broock klare Vorstellungen:

„Sicher kann der Internethandel eine sinnvolle Ergänzung zur Nahversorgung sein.“

Dabei wird jedoch übersehen, dass im Bereich der Nahversorgung der Online-Handel im Vergleich zu den Discountern und Supermärkten nur von geringe Bedeutung ist und sein wird. In der öffentlichen Diskussion wird der Begriff Nahversorgung in der Regel auf die Versorgung mit Lebensmitteln durch den Lebensmitteleinzelhandel angewendet.

E-Commerce-Experte Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln, zeigt statt dessen ein alternatives Entwicklungsszenario auf:

„Viele Konsumenten, die Güter des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel und Drogeriewaren ausschließlich online ordern, gibt es noch nicht. Auch wenn der FMCG-Markt online in den kommenden Jahren weiter wachsen wird, bleibt die klassische Nahversorgung Sache des stationären Handels. Unsere Studien zeigen, dass auch die nachwachsende Generation der Smart Natives nicht auf Ladengeschäfte verzichten wird. Vielmehr entscheiden Konsumenten anlass- und situationsabhängig, wann sie wo was einkaufen.“

Ihre Meinung ist gefragt!

Sind auch Sie der Ansicht, dass kostenlose Retouren in Zukunft verboten gehören, um Umweltbelastungen zu reduzieren? Oder sind Sie gegen kostenlose Rücksendungen, weil Sie sich als Händler im Nachteil gegen die Amazons, Ottos und Zalandos dieser Welt wähnen. Aber vielleicht sind Sie ja sogar ein Befürworter kostenloser Retouren.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung in das Kommentarfeld unter diesem Artikel.

P.S.: Apropos Meinung: Seit 100 Tagen gilt das neue Verbraucherrecht. Wie zufrieden sind Sie denn mit den Vorgaben aus Brüssel? Wir haben die Umfrage gestartet!!

23 Reaktionen zu “Umweltschützer fordern: Schluss mit kostenlosen Retouren”

  1. tokra

    „fordert der BUND e.V. Bundesverband ein Umdenken in der Retourenpolitik der Online-Händler“ – logisch, dass wieder mal die Online-Händler an allem Schuld sind.

    Online-Händler haben primär überhaupt kein Interesse an Retouren, denn – oh Wunder – diese müssen die Transportkosten und die Abwicklung teuer bezahlen. Es wird gerne so getan, als würden DHL und co. aus reiner Dankbarkeit Retouren der Online-Händler kostenlos rumfahren.

    Ein anderer Irrglaube ist, dass ohne Retouren weniger Verkehr entstehen würde, dann fahren eben alle wieder Ihre Privat-PKW ins nächste Einkaufszentrum und verstopfen die Zufahrtstraßen.

    Eine gesetzlich verordnete Pflicht, dass der Online-Händler Rücksendekosten berechnen MUSS würde auch dazu führen, dass Kunden behaupten, die Ware sei fehlerhaft oder diese gar beschädigen um im Rahmen der Gewährleistung wiederum eine kostenlose Rücksendung zu erzwingen.

    Letztlich muss jeder Online-Händler heute schon evtl. Retourkosten in die Produktpreise einkalkulieren. Die Kunden scheinen es so zu wollen, denn kaum ein Thema sorgt für mehr Aufregung bei Käufern als Versand- oder Retourkosten.

  2. Dunkelwelt Gothicshop

    Ich erlege die Retourenkosten dem Kunden auf, andere machen das nicht. Ein generelles Verbot kostenloser Retouren halte ich jedoch für eine Milchmädchenrechnung, da sich bezüglich Bestellaufkommen und Umwelt nichts ändern würde, auch wenn mir das als Onlinehändler mit Ladengeschäft natürlich enorm helfen würde, wenn sich kein Mitbewerber mehr durch kostenlose Retouren Vorteile verschaffen könnte.
    In ländlichen Gegenden gibt es oftmals nur die Möglichkeit der Onlinebestellung, vor allem Spezialgeschäfte findet man in solchen Gegenden garnicht. Und ob mir als Betroffener nun der Paketfahrer eine Bestellung aufs Land raus bringt und dabei auch noch andere Kunden in der Gegend beliefert oder ob ich mich selbst und alle anderen jeweils ins Auto setzte und vllt. 200km in die nächste Stadt fahre, um den Artikel meines Begehrs zu erweben, was wird da wohl besser für die Umwelt sein? Eine ähnliche Diskussion gabe es hier kürzlich schon einmal beim Thema Zustellfahrzeuge aus den Innenstädten zu verbannen, 1 Paketfahrer liefert 100 Bestellungen aus oder 100 Kunden setzen sich jeweils ins Auto, um ihre Bestellung in einem Paketzentrum am Stadtrand entgegenzunehmen. Das gleiche Dilema.
    Innenstädte veröden teils sicher auch wegen dem Onlinehandel, hauptsächlich jedoch wegen der an jeder Ecke emporschießenden Einkaufscenter. In Berlin wird gerade der Alexanderplatz immer weiter mit Konsumtempeln zugepflastert, in Gera sind es die Gera-Arkaden, in der alten Innenstadt stehen dort die Geschäfte reihenweise leer. In anderen Kleinstädten sieht es genauso aus. Der BUND e.V. denkt irgendwie immer nur in eine Richtung und somit nicht zuende, stellt dann darauf basierend irrsinnige Forderungen.

  3. Frank

    Bei uns tragen die Retournierer die Retourenkosten. Bei Stammkunden übernehmen wir es.

    Es ist schon richtig, dass der kostenlos Wahn Verbraucher dazu bringt unbedacht Sachen zu bestellen. Wenn sich die Kunder der Kosten bewusst wären würden sie mehr nachdenken.

    Was jedoch den Nahversorger angeht… der Onlinehandel ist hier die primäre Quelle und der Nahversorger nur die Ergänzung/Notlösung.

    Selbst in größeren Städten finde ich kaum Klamottenläden mit passender Auswahl und ich möchte nicht den ganzen Tag durch die Stadt fahren um 10 Läden abzuklappern. Das gleiche gilt für Technik, Hobby oder berufliche Ausstattung.

    Der Onlinehandel ist hier die bessere Lösung und wird es immer bleiben.

    Das gilt aber nicht überall… die Möbelbranche sollte den Onlinehandel nur als Vermittler nutzen und die Möbelhäuser stärken.

  4. Dunkelwelt Gothicshop

    @Frank: Eben, warum findet man in vielen Innenstädten kaum noch Klamottenläden? Weil lieber billig alles online bestellt wird und kostenlos hin- und hergeschickt wird. Dazu, wie gesagt, die riesen Center, in denen man immer die gleichen Ketten findet. Früher hat man sich noch auf so eine Shoppingtour gefreut, da gab es sicher auch noch genug lokale Auswahl, heutzutage ist man zu faul, den ganzen Tag durch die Stadt zu fahren und Läden abzuklappern, wie Sie ja selbst schreiben, aber diese Faulheit sollte einem auch Hin- und Rücksendekosten wert sein, damit Ullas Modegeschäft in der Innenstadt wenigstens noch eine kleine Chance hat, weil andere diese Kosten vielleicht nicht tragen wollen und doch lieber lokal shoppen.

  5. Thorsten

    Kostenlose Retouren sehe ich als Verbrauchertäuschung im großen Stil! Denn die großen der Branche können durch bessere Margen beim Einkauf die Rücksendekosten im Preis verstecken!
    Generell sollte jeder Kunde wissen, daß es eine kostenlose Rücksendung gar nicht geben kann. Die Masche mit den kostenlosen Retouren dient also ausschließlich dem Verdrängungswettbewerb der Großen gegen die kleinen Onlinehändler! Schon deshalb gehört sie verboten.
    Wir haben in unserer Kundeninfo auf unserer Webseite genau erläutert warum wir Rücksendekosten von unseren Kunden fordern, darunter ist auch der Umweltschutz zu finden. Viel wichtiger ist aber, daß sich Kunden bewußt machen was sie da eigentlich tun und das sie beim Einkauf in Ladengeschäft diese Form des Kundenservice auch nicht angeboten bekommen, denn welcher traditionelle Händler bezahlt einem schon die Spritkosten für’s zurückbringen?

  6. Frank

    @Dunkelwelt Gothicshop

    Auch in Städten mit vielen Läden fehlt die Auswahl. Das sind keine Fachgeschäfte mehr sondern Discounter mit Ware von der Stange. Wer ein bisschen zu groß, zu klein, zu dünn oder zu dick ist findet keine Angebote. Selbst in dafür bestimmten Läden. Die Online Klamottenläden sind indes oft teurer als der Händler vor Ort. Da geht es selten um „billig“.

    Warum für 50 Euro Sprit und Parktickets bezahlen? Dann lieber Versandkosten übernehmen. Und viele Stunden Zeit sparen.

    Das ist sogar besser für die Umwelt 😉

    Und bei Elektronikfachhändlern sieht es ähnlich aus. Kaum Kompetenz, kaum Sortiment und eigentlich keine nennenswerten Vorteile. Und das ist schon seit Jahren so. Hier haben die Onlinefachhändler die Lücke geschlossen nachdem sie durch das Versagen der „Fach“händler entstanden ist.

    Viele lokale Händler sterben aus weil sie weder Vorteile bieten noch Online als Chance erkennen. Wir haben geschafft beides ordentlich zu verhinden. Under Fachgeschäft erfreut sich konstanter Beliebtheit.

  7. Dubulu

    1. Wenn alle online bestellen, braucht keiner mehr in die Stadt fahren. Das reduziert die Feinstaubbelastung und schafft Parkraum. 😉

    2. Hat das Internet den Verkehr reduziert. Die Landbevölkerung fährt nicht mehr jeder für sich im eigenen Auto in die Stadt zum Einkaufen. Sondern ein Auto bringt gleich für viele Leute die Ware.

    3. Die heute vor dem Internet warnen, sind die Urenkel der Leute, die vor 150 Jahren vor dem Telefon und vor dem Reißverschluss gewarnt haben. 😉 Ihre Omas und Opas haben vor der Rockmusik gewarnt. Und ihre Mütter und Väter warnten vor dem Fernsehen und die Handys.

    Ohne Antje von Broock wäre die Welt tatsächlich ein ganzes Stück weniger lustig. 😉

  8. Karin

    Ich wohne auf dem Land und nutze natürlich auch die bekannten Online-Shops. Es lohnt sich in der Regel für mich nicht, mal eben in die Stadt zu fahren und das Geschenk für den nächsten Geburtstag oder die Patronen für den Wasserfilter der Kaffeemaschine im Laden zu kaufen. Ich wäre allerdings auch bereit, dafür mehr Versand- oder Retourkosten zu zahlen. Schliesslich spare ich mir die Fahrt mit dem Auto und ich habe absolute Preistransparenz und je nach dem sogar fachmännische Beratung im Internet. Einkaufen ist wie das normale Leben: Man kann nicht immer nur die Hände aufhalten, man muss auch mal etwas dafür tun.

  9. Markus Henneken

    Fühle mich irgendwie nicht angesprochen von Ihnen, Frau von Broock – sprechen Sie zunächst mal mit z. B. mit Amazon, oder noch besser mit denen, die in Kürze einen Börsengang unternehmen (müssen), um nochmal Geld für Ihre selbst herangezüchtete Retourenquote zu beschaffen, die alles bisher dagewesene in den Schatten stellt. Wenn DIE beiden Geld für Retouren verlangen, können die kleineren Shops das auch (wieder).

  10. Maiko Lemm

    Die angeblich kostenlose Retoure ist kein wirkliches Umweltproblem – muss der Kunde es bezahlen, wird er Ware eher nicht kaufen, die meist zurück geht ( Kleidung und Schuhe ) – es ist ja im Preis kalkuliert, wenn der Verkäufer ein Kaufmann ist und rechnen kann ( soll im online-Handel hier und da vorkommen ) – aus meiner Sicht gehört der angeblich „kostenlose Versand“ viel dringender bekämpft. Hier sehe ich ein viel größeres Umweltproblem. Wir verkaufen unter Anderem auf eBay und dort werden die Verkäufer geradezu genötigt, den kostenlosen Versand an zu bieten. Macht man es nicht, gibt es keine Rabatte, man rutscht im Suchergebnis zurück usw. usw. ….. Was wir aber beobachten und nachweisen können, dass die Kunden dann viel öfter jedes Teil einzeln ordern und jeder Artikel fährt fein als Paket durchs Land. Früher hatten wir gestaffelte Versandkosten nach Gewicht und der Kunde sparte wirklich, wenn er gleich alles bestellt hat, was er ohnehin das Jahr über braucht. Dann haben wir kurzzeitig dem Druck von eBay nachgegeben und den angeblich kostenlosen Versand eingeführt ( also jeden Artikel im Preis um die Versandkosten angehoben ) und nun hatten wir hunderte Paket mehr jeden Tag, obwohl der Umsatz eher zurück ging aber die Kosten stiegen. Das gehört schnellstens bekämpft, zumal hier aus meiner Sicht der Kunde auch betrogen wird. Für mich ist es Betrug, wenn ich behaupte, der Versand wäre kostenlos, wenn ich diese Kosten im Preis kalkuliert habe. Hinzu kommt, dass man dann viele kleinpreisige Artikel nicht mehr anbieten kann, da diese ja im Preis so kalkuliert werden müssen, dass man nicht draufzahlt, wenn der Kunde wirklich nur dieses eine Teil bestellt, aber der Kunde, der davon 20 teile braucht, würde ein vermögen dafür hinlegen müssen. Traurig ist nur, dass die Kunden auf diesen ganzen Schwachsinn rein fallen und wohl tatsächlich eher den Artikel kaufen, der 20,- € frei Haus kostet, als den für 16,- € zzgl. 4,- € Versand und Verpackung. Aber auch das ist alles ein Frage der Aufklärung, oder eben des Gesetzgebers, der den „kostenlosen Versand“ einfach verbieten müsste. Wir haben so viele Vorgaben vom Gesetzgeber, da wäre das wohl fast die sinnvollste Vorgabe……………

  11. Holger

    Einmal ist es richtig, dass kostenlose Retouren die Konsumenten zum Ausnutzen oder Überstrapazieren dieser Möglichkeiten verleiten. Es muss aber auch festgestellt werden, dass unsere Politiker nicht richtig rechnen können, wenn sie den Paketversand als solchen kritisieren. Was ist weniger umweltschädlich: Beispiel – 50 Leute aus einem Wohnviertel fahren einzeln zu den Warenhäusern in Ihrer Nähe (falls es da welche gibt) oder 2-3 Paketdienste fahren durch das Viertel und liefern ihre Waren nacheinander ab? Dann wird auch schnell klar, dass ein Deponieren an Packstationen statt auszuliefern genauso unsinnig ist. Als Online-Händler begrüße ich jedenfalls die Gesetzesänderung vom 13. Juni und sehe die kostenlose Retoure vor dem Aus.

  12. Ulubud

    Man kann das Problem so lösen oder anders, das bleibt sich gleich. Solange die Eckdaten durch Unkenntnis verschoben sind (die Ursache nicht erkannt ist) kann man noch so lange am Symptom rumdoktern. Durch Verbote oder durch Erlaubnisse. 😉 😉 😉 😉 Wäre die Ursache klar, würde diese Frage gar nicht aufkommen.

  13. Martin

    Na super, das ist ja schön bequem, einfach mal was verbieten zu wollen, statt über konstruktive Lösungen nachzudenken. In der Tat ist die Rücksendequote bei Bekleidung sehr hoch, aber wie wäre es denn, wenn man die Hersteller dazu drängen würde, sich endlich mal ein zuverlässiges Bemaßungssystem auszudenken. Dann muss man sich auch nicht immer alles in drei verschiedenen Größen bestellen, damit wahrscheinlich eins passt.

    Außerdem bin ich mir auch nicht so sicher, ob das tatsächlich den Straßenverkehr reduziert. Der stationäre Handel muss schließlich auch beliefert werden. Vor allem würde mich mal interessieren, wieviele Einzelfahrten von Kunden in die Stadt (auch oft doppelt, da erst bestellt werden muss) einer Tour des Lieferdienstes gegenüberstehen.

  14. Sabrina Müller

    Ich kann mich nur den Kommentaren von z.B. Frank anschließen und muss mich auch mal wieder darüber beschweren, wieso eigentlich immer der Online Händler der Übeltäter sein soll!?

    1. Belastet ein Online Shop auf gar keinen Fall die Umwelt mehr, als ein stationäres Geschäft und 2. liefert, wie Dunkelwelt Gothicshop es bereits vorgerechnet hat, ein Paketfahrer mehrere Pakete von mehreren Bestellern mit nur einem Auto. Auch hier wird eher wieder reduziert.

    Was sicherlich mehr verursacht wird, sind die Kosten für die Altpapierentsorgung, was ja mit der Verpackungsverordnung geregelt sein dürfte. Und sicherlich ist es auch korrekt, dass manch ein Versender unnötig viel Füllmaterial verwendet wobei auch dieses Problem eigentlich mit der Verpackungsverordnung geregelt sein sollte. Darüber hinaus hat in der Regel auch der Versender nichts davon, unnötig große Kartonagen für kleine Produkte zu verwenden, da auch ihm dadurch im Zweifel höhere Kosten entstehen. Und das ist ja nicht das Ziel.

    Das aufgrund vom Internethandel enorme Belastungen für alle Bürger entstehen, deren Kosten die Allgemeinheit trage, ist eine so unüberlegte Argumentation, dass ich mich frage, wer hier zuvor recherchiert hat oder was das Ziel dieser Diskussion ist, denn das kann nicht Ernsthaft das Argument sein.

    Wären die Innenstädte attraktiver und die jeweiligen Städteplaner etc. ernsthaft daran interessiert, mehr Verbraucher in ihre Innenstädte zu holen, dann würden sie sich darum bemühen, die Mieten interessanter für kleinere Händler zu gestalten. Nicht ohne Grund gehen die meisten Boutiquen und Co. an den Stadtrand oder setzen auf online und nicht ohne Grund geht mittlerweile ein Großteil der Verbraucher auch am Stadtrand bzw. in Szene-Gegenden shoppen oder eben online.

    Immer nur die vertikalen Riesen geboten zu bekommen, die aber auch jede Innenstadt und jedes Einkaufszentrum mit dem gleichen Auftritt und dem gleichen Angebot schmücken, reizt nun mal nicht jeden und wäre man wirklich im Sinne der Umwelt aktiv, dann bitte bietet Einkaufszentren, die Solardächer haben, nachhaltig und umweltfreundlich eingerichtet sind und bietet auch Platz und die Mieten für jene Marken und Firmen, die im Sinne der Umwelt aktiv sind, denn von diesen gibt es mittlerweile viele attraktive Marken.

    Diese können sich solche Mieten jedoch nicht leisten, denn dann müssten sie noch teurer sein, ihre Marge ist leider nicht vergleichbar mit der der konventionell produzierenden Unternehmen.

  15. Anett

    Wir beraten unsere Kunden im Vorfeld. Das minimiert die Retouren gewaltig und Auswahlbestellungen fallsn so gut wie nie an. Die Rücksendekosten übernehmen wir nicht und sind danbar für die Gesetzesänderung. Die Vereinheitlichung wurde endlich Zeit.

  16. Petra

    Ich sehe das so wie Thorsten und ich zahle auch keine Rücksendungen.
    Die großen Onlinehändler schaffen sich hier 1. einen Wettbewerbsvorteil und 2. sind diese auch für die enormen Retouren verantwortlich.
    Ach ich kaufe meine Pullis mal in verschiedenen Größen, kann ich ja kostenfrei zurückschicken!! Wäre das nicht so, gäbe es auch 50% weniger Retouren. Da überlegt der Verbraucher zweimal!
    Ich frage mich, wieso es ein einheitliches EU-Verbraucher-Gesetz gibt und jeder dann macht was er will um sich Vorteile zu verschaffen.

  17. Alex Fromm

    Ja wo war Frau von Brook denn als es um E10 ging? Das doch angeblich so die Umwelt schonen sollte? Was ist passiert? Immer noch oder noch mehr muss auf Umweltschutz gepocht werden.

    “Innenstädte veröden, weniger mobile Menschen haben keine Einkaufsmöglichkeiten mehr vor Ort, der Verkehr und damit die Belastung durch Lärm und Dreck wächst, auch durch dann immer mehr Onlinebestellungen und zusätzliche Lieferfahrten.”

    Was für ein Schw……? Also wer sowas behauptet der muss doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein. Nach ihrer Meinung tut es der Umwelt besser wenn die Leute wieder mehr in die Innenstädte fahren würden und ihre Sachen selbst vor Ort einkaufen würden? Das kann nur eine Grüne fordern. Ich kaufe liebend gern Online ein. Ich fnde im Allgemeinen alles im Internet. Ich spare Zeit und Geld und schone die Umwelt dadurch mehr als wenn ich selbst mit meinem PKW los muss. Und die Aussage das der Online-Handel soviel teuerer ist kann ich ehrlich gesagt auch nicht nachvollziehen. Eigentlich ist eher das Gegenteil der Fall.

    Ich weiß auch nicht wo dieser Regulierungswahn von den Discount-Lobbyisten gegenüber den Internet-Händlern noch hinführen soll. Wird einem doch Heute schon als Online-Händler soviel auferlegt damit ein MediaMarkt vor Ort nicht vielleicht schließen muss. Aber mal ehrlich. Wenn ich Heute zu einem Mediamarkt nach Bremen düse um mir eine Handy-Tasche für ein Note2 zu kaufen und ich muss feststellen, die haben die gar nicht mehr da bin ich also umsonst in die Stadt und habe Sprit verfahren und die Umwelt geschädigt. Ich suche im Internet und finde sofort mindestens 10 verschiedene Modelle der Tasche, dann frage ich mich doch warum soll ich vor Ort in den MediaMarkt fahren? Umweltschutzt ist in der Beziehung kein Argument, es ist eine Ausrede um den ungeliebten Online-Handel mal wieder zu schaden.

  18. wollki

    Als ONline-Händler und Ladenbesitzer bin ich voll auf der Seite unserer Umweltschützer. Entwerft ein tolles Logo, wo sich der Kunde als Umweltschützer fühlt und gerne nur das bestellt, was er braucht. Jeder der möchte kann nun das Logo auf seiner Sete einsetzen, Rücksendekosten seinen Kunden auferlegen und dadurch die Retourkosten minimieren.

  19. L. Stuebitz

    Das war mir noch nciht bekannt, aber gut dass man sich auch darüber gedanken macht und darüber spricht. Aber ob sich ohne eine kostenlose Retoure etwas ändern wird?

  20. Manfred Krug

    Ganz klar: keine kostenlose Retoure, die Hürden für Retouren aus Nichtgefallen oder anderen Gründen (hab es bei anderem Versand vür 1,50 günstiger gesehen = hab ich schon öfter real mitbekommen, sogar bei Waschmaschinen, man will es nicht glauben) so hoch wie irgend möglich.

    Dann normalisiert sich alles wieder und der Fachhandel und der Fach-Mailorder werden sich dann gg. Amazon & Co. behaupten.

    Der Gedank eines Logo von Wollki halte ich prima!

  21. Holger

    Besser als Sabrina Müller kann man/frau es nicht mehr ausdrücken!

  22. Manfred Krug

    Dem ausführlichen Beitrag von Sabrina Müller möchte ich nicht wiedersprechen, da ich nich in der Lage bin, mit konkteten Zahlen zu kontern. Allerdings möchte ich da rein gedanklich folgendes anmerken:

    1. Auch ein Online-Shop benötigt eine ganze Menge Energie beim Hosting und natürlich auch dort, wo Büro und Lager Strom und andere Energiequellen benötigen. Einen Vorteil aus ökologischer Sicht sehe ich da nicht, im Gegenteil!

    2. Leider ist das Argument, dass ein Paketfahrer mehrere Pakete auslliefert, eher als Milchmädchen-Rechnung zu betrachten. Denn im Online-Handel gibt es in manchen Bereichen eine extrem hohe Retourenquote. Da fahren also wegen einer Order gleich mehrfach LKWs quer durch Deutschland! Krasses Beispiel möge da eine Situationen wie diese sein:

    Kunde bestellt in Kufstein mehrere Artikel im Shop x in Berlin.
    Dort müssen diese wiederum bei mehreren Lieferanten geordert werden, u.U. auch von solchen, die im nähreren Umkreis des Kunden ihr Lager haben. Von da werden die Waren also nach Berlin geschhafft, dort verpackt und dann nach Kufstein geliefert. Kunde ist aber nicht zuhause, Paket wird erneut 2x zugestellt. Dann bekommt der Kunde endlich die Ware und stellt fest, dass er sie so gar nicht will – Ware wird nach Berlin zurückgesendet und dann ebenfalls wieder zurück an die verschiedenen Lieferanten!

    Man erkläre mir, wo da der Vorteil des Onlinehandels gegenüber eines Ladens ist, wo der Kunde idR. nur einmal hinfährt, dort einkauft und wenn überhaupt, auch nur einmal zum Umtausch wiederkehrt.

    3. Für attraktive Ladenmieten sind nicht die Kommunen zuständig, die haben da fast keinen Einfluss. Das sind ausschließlich Privat-Vermieter oder entsprechende Immobiliengesellschaften. Da regelt die Nachfrage den Preis!

    Zur Anmerkung: auch ich führe einen Onlinehandel, weil der stationäre Verkauf einfach nicht ausreicht zum Überleben. Allerdings sind aufgrund unserer individuellen Anstrengungen die Retouren im Online weit unter 1%!!

  23. Sandra Hansen

    Ich glaube, dass es egal ist, welchen Weg man sich aussucht. Es wird immer Menschen geben, die aus allem Ihre Vorteile ziehen, ebenso wie diejenigen, die meinen, immer alles verändern zu müssen. Der Mittelweg ist auch in diesem Fall vielleicht der goldene. Letztlich profitieren doch beide Seiten – Unternehmen und Kunden – von einem Geschäft im Internet. Also können doch auch beide Seiten die Versandkosten tragen. Das wäre fair.

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