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Olaf Groß

Logistik bleibt das A und O im Online-Handel

Olaf Groß | 17.08.2015 | Marketing

Was sind eigentlich die zentralen Erfolgsfaktoren im E-Commerce, um nachhaltig wachsen zu können? Die Pakete in möglichst kurzer Zeit zum Kunden zu befördern. Kein Wunder also, dass sowohl Amazon als auch Zalando in neue Logistikkonzepte investieren, um noch mehr Druck auf das Gleis zu bekommen.

Die Logistik sollte in einem Online-Shop immer zu den wichtigsten Unternehmensteilen gehören. Sicherlich geht es auch ohne Marketing, IT und SEO nicht richtig vorwärts. Sowohl Amazon und Zalando haben nun angekündigt weiteres Geld in den Ausbau ihrer Versandlogistik investieren zu wollen.

Logistik: Im Rausch der Geschwindigkeit

Hinter den Investitionen steht der Kampf um die Geschwindigkeit. Ziel von Amazon und Zalando ist es, die Prozesse vom Bestelleingang bis zur Zustellung an der Haustür weiter zu verkürzen. Dieser Faktor wird in den kommenden Jahren zu einem der wichtigsten Erfolgsfaktoren im E-Commerce. Noch vor Mobile, Responsive Design und all den vielen ausgemachten Trends.

Aus diesem Grund plant Amazon den Ausbau seines Logistikzentrums in Leipzig. Konkret geht es um den Zukauf neuer Fördertechnik im Bereich von knapp einer Millionen Euro, berichtet das Logistik Wachblog.

„Konkret investiert Amazon in die Fördertechnik und will künftig Bestellungen in Leipzig noch schneller bearbeiten können. Welchen konkreten Typ von Fördertechnik Amazon zukaufen möchte, wurde nicht bekannt.“

Wesentlich umfangreicher werden sich die Investitionen von Zalando in seine Logistik ausnehmen. Denn der Modehändler hat angekündigt ein drittes Logistikzentrum in Deutschland auf die grüne Wiese stellen zu wollen.

Zu den Details, wie der Höhe der Investitionen oder der Standortfrage, hält sich das Unternehmen jedoch bedeckt. Stephan Meixner von neuhandeln.de sieht den Standort allerdings eher im norddeutschen, denn im süddeutschen Raum.

„Wahrscheinlich ist, dass sich Zalando in Norddeutschland ansiedelt. Denn südeuropäische Kunden könnte Zalando prinzipiell auch über ein weiteres Versandlager bedienen, das in Italien entstehen soll.“

zalando-logistik

Der Westen, die Mitte und Ostdeutschland sind logistisch bereits gut ausgebaut. In Möchengladbach sowie Erfurt betreibt Zalando bereits zwei eigene Logistikzentren. Das Logistikzentrum West, so wurde angekündigt, werde im Laufe des ersten Halbjahres 2017 um 50.000 Quadratmeter auf dann 125.000 Quadratmeter ausgebaut. In der Nähe von Berlin wird ein weiteres Versandzentrum genutzt, das aber nicht von Zalando entwickelt wurde.

Last not least entwickelt Zalando nach eigenen Angaben sein erstes Versandlager außerhalb Deutschlands in Nord-Italien. Allerdings nicht in Eigenverantwortung, sondern über einen Dienstleister.

4 Reaktionen zu “Logistik bleibt das A und O im Online-Handel”

  1. Christian Rothe

    Sie schreiben: „Die Logistik sollte in einem Online-Shop immer zu den wichtigsten Unternehmensteilen gehören.“ Dazu meine Frage: Wie kommen Sie zu der Annahme, dass die Logistik zu den Kernkompetenzen eines Onlinehändlers gehören soll?

    Ich sehe es genau anders herum: Logistik kann auch prima outgesourct und durch einen externen Spezialisten erledigt werden. Die Vielzahl großer E-Commerce-Anbieter, die keine eigene Logistik haben und sich eines Dienstleisters bedienen, spricht doch dafür, Logistik KEINE Kernkompetenz eines Onlinehändlers ist. Exemplarisch ein Beispiele: Der Esprit-Onlineshop mit 25.000 Paketen pro Tag hat keine eigene Logistik und lässt die Pakete von einem Partner verschicken. Die Liste der Firmen mit ähnlichem Vorgehen ließe sich beliebig erweitern. Die Vielzahl von Logistikdienstleistern am Markt spricht Bände.

    Und auch kleine Firmen nutzen externe Dienstleister: Beim „Fulfillment by Amazon“ lassen kleine (und auch größere) Onlinehändler die Ware von Amazon lagern und verschicken. Aus meiner Sicht ein schlagender Beweis, dass eigentlich ein Onlinehandel in beliebiger Größe ohne eigene Logistik auskommen kann.

    Als wichtigste Unternehmensteile im Onlinehandel sehe ich eher die Sortimentsplanung, den Verkauf und die Pflege der Kundenbeziehung. In meiner Firma machen wir die Logistik zwar selbst und werden dies auch beibehalten, aber auch nur, weil es sich einfach so ergeben hat und weil wir eine ganz ausgezeichnete Mitarbeitermannschaft beisammen haben. Deshalb halten wir unseren Mitarbeiter/innen gerne die Treue. Dies ändert aber nichts daran, dass man die Logistik theoretisch auch auslagern könnte und dies vielleicht sogar tun würde, wenn man heute einen neuen Onlineversand auf der grünen Wiese frisch gründen würde.

  2. Olaf Groß

    @Christian Rothe Das Packen von Paketen war, ist und wird eine der Kernaufgaben eines Versandunternehmens sein. Die Tatsache, dass Unternehmen einen Prozess auslagern können, bedeutet nicht, dass der Prozess an sich sekundär ist. Ihrer Diktion folgend, könnten Amazon und Zalando einfach einen Dienstleister mit der Logistik beauftragen und sich auf Sortimentsplanung, den Verkauf und die Pflege der Kundenbeziehung konzentrieren. Aber Nein! Sie tun es eben nicht, sondern legen Wert darauf, dass wesentliche Logistik-Prozesse in den eigenen Reihen bleiben.

  3. Christian Rothe

    Natürlich kann Amazon Dienstleister beauftragen, um Pakete durch externe Logistiker verschicken zu lassen. Und dies macht Amazon übrigens bereits. „Amazon Marketplace“ heißt dieses Modell. Hier sind Marketplace Händler in dem Glauben, als Verkäufer zu agieren, in Wahrheit nur als Logistikvollstrecker und Päckchenpacker für Amazon tätig. Verkauf, Inkasso, Kundenbeziehung: alles liegt beim Marketplace-Verkauf in Amazons Händen – nur das Päckchenpacken nicht.

    Schauen wir zum Vergleich einmal in andere Branchen: Apple lässt seine iPhones und iPads extern bei Foxconn fertigen, obwohl nach Ihrer Logik das Produzieren von Computern doch gewiss zu den Kernaufgaben eines Hardwareanbieters gehören müsste. Und selbst Porsche hat als Autohersteller über 200.000 Boxster extern bei Valmet in Finnland fertigen lassen.

  4. Olaf Groß

    @Christian Rothe Kern der Diskussion ist ja nicht, ob ein Unternehmen Prozesse auslagern sollte oder nicht. Es geht sich doch darum, welche Unternehmensprozesse so zentral für einen Online-Shop sind, dass er sie lieber selber steuert. Und da ist die Logistik nun einmal ein ebensolcher Prozess. Aber eben nur ein Prozess neben anderen.

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