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Martin Groß-Albenhausen

So vermeiden Sie Daily-Deal-Desaster

Martin Groß-Albenhausen | 19.09.2011 | Marketing

Die Groupons dieser Welt haben die Versand- und Onlinehändler entdeckt. Wer jetzt zurückzuckt, tut dies aus gutem Grund: Schnäppchenjäger sind nicht die Premium-Kunden, die jeder gerne möchte und für den Erfolg benötigt- und werden auch selten dazu.

Was gilt es zu beachten?

Wenn ich mal von Horror-Stories absehe, die sicher vorgekommen sind, ist Groupon nicht mehr und nicht weniger als ein Lead-Generation-Instrument. Früher waren Versender gerne bereit, mit Sweepstakes und anderen Gewinnspielen Adressen zu generieren. Auch das waren eher mäßige Kunden, aber im Versandhandel wurden diese Adressen dennoch gerne angemietet. Listbroker haben dies allerdings stets erwähnt, wenn Kunden eines Anbieters auf diesem Weg gewonnen wurden.

„Fish where the fish are“ lautet eine Angler-Regel. Und wenn die Menschen Groupon gerne nutzen, gibt es vielleicht eine Möglichkeit, mit begrenztem Risiko Groupon einzusetzen?

  • Testen Sie Regionen: Wenn Sie in einer Gegend besonders viele Kunden haben, können Sie dort einen begrenzten Gutschein-Test durchführen. Im Versandhandel hat man früher gleichfalls nach PLZ-Gebieten getargeted. Nicht nur können Sie mehr Adressen generieren. Wenn generell eine Affinität für Ihr Sortiment besteht, liegt der Zweitkauf zumindest etwas näher. (Aber Vorsicht: Prüfen Sie, ob Sie viele Bestandskunden erreichen…)
  • Achten Sie bei der Auswahl eines Produktes auf typische Akquisitions-Preislagen. Wenn Sie wissen, dass Kunden gewöhnlich 50 Euro beim Erstkauf ausgeben, dann können Sie einen Gutschein mit einem Wert von 40 Euro testen. Oder Sie wählen ein typisches Erstkauf-Produkt, bei dem Sie das Nachkauf-Verhalten gut kennen.
  • Fragen Sie, ob Zielgruppen-Tareting möglich ist. Inzwischen können die Daily Deal-Sites sehr genau sagen, wer angesprochen wird – und worauf in der Vergangenheit reagiert wurde.

Ob Groupon ein nachhaltiges Geschäft ist, wird sich zeigen. Zweifel sind berechtigt. Aber das ist nicht die Frage – sondern ob es ein Instrument für SIE werden kann.

Über den Autor:

Martin Groß-Albenhausen ist Chefredakteur und Herausgeber des renommierten Branchenmagazins „Der Versandhausberater“ und einer der führenden Experten für Versandhandel, Direktmarketing und e-Commerce. Der Versandhausberater informiert seit 1961 Woche für Woche über aktuelle Trends und Entwicklungen im Versandhandel in Deutschland. Mehr Informationen finden Sie hier.

4 Reaktionen zu “So vermeiden Sie Daily-Deal-Desaster”

  1. me

    > Früher waren Versender gerne bereit, mit Sweepstakes und anderen Gewinnspielen Adressen zu generieren.

    Adressen werden nicht generiert. Sie werden gesammelt, erfasst, von mir aus auch eingeheimst … aber niemals generiert.
    Der Sammler erzeugt sie nicht, sondern die Menschen, die Kunden, die ihren jeweiligen Wohnort wählten, wählten damit auch ihre Adresse. Man könnte weiter gehen und die Erschließung der Siedlungen mit einbeziehen, den Bau der Straßen und deren Benennung, die Zuteilung der Bauplätze usw. Dadurch werden Adressen generiert … aber umgekehrt eben noch nicht gesammelt.

    Generieren ist ein Wort, das so tut, als sei der Datensammler der Erzeuger der Straßen, Häuser oder gar Kunden, so eine Art Gott — und das ist eine anmaßende Sprechweise, die das Leben und die selbst getroffenen Entscheidungen der Kunden ignoriert, als seien sie bedeutungslos.

    Außerdem geht es nicht darum, irgendwelche vollständigen Adressenlisten anzulegen (dazu könnte man die Stadtpläne verwenden), sondern es geht ja gerade darum, diejenigen KUNDEN und ihre WÜNSCHE, BEDÜRFNISSE und INTERESSEN zu KENNEN, denen man mit seinen Produkten und Dienstleistungen DIENEN kann.

    Es geht also nicht um eine technokratische Adressenlistenerstellung, sondern um das Produkt menschlicher Kontakte, die dem Gegenüber einen Nutzen bringen sollen.

  2. C. Dirks

    Diesen Artikel zu lesen tut mir wirklich weh.
    Aus meiner Sicht ist es eine Beleidigung der deutschen Sprache, völlig unnötig eine solche Menge an englische Begriffen in einem Text zu verwenden, der eigentlich in deutsch verfasst ist.
    Da bleibt leider keinerlei Aufmerksamkeit mehr für den Inhalt über.

  3. Dennis Just

    Hallo Dirk,

    wir haben schon einige Erfahrungen mit DailyDeal und auch Groupon machen können und so „einfach“ wie du es beschreibst ist es wahrlich nicht – auch sprichst du meiner Meinung nach die falschen Punkte an.

    Die Gutscheinseiten wissen welcher Deal wann gut läuft und spielen die Shopbetreiber gegenseitig aus (bessere Konditionen). Zudem bringen nur Hauptdeals wirklich etwas – da nur hier „Massen abzusetzen“ zu machen sind, Tageting ist in diesem Fall sinnlos und wird auch meines wissens bei den Großen nicht angeboten.

    Das aller wichtigste bei solch einem Deal ist die richtige Kalkulation, da teilweise 50% von Netto als Provision verlangt werden. Kalkulieren sollte man extrem defensiv, da viele Schnäppchenjäger (kaufen nur zum Dealwert) bei Ihnen kaufen.

    Grüße

  4. Bankerin

    Groupon- Deals

    -versauen die Reputation des Merchants
    -bringen keine Stammkunden
    -bringen direkte Verluste

    Wenn vor 5 Jahren jemand gesagt hätte, daß ein Merchant seine Ware zum halben Preis vertickern soll, und davon auch nur die Hälfte bekommt (Rest ist Groupon- Provision), dann wäre dieser Mensch weggeschlossen worden. Heute sind derartige Deals alltäglich…

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