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Martin Rätze

Die häufigsten Rechtsverstöße im Online-Handel

Martin Rätze | 9.09.2010 | Abmahnungen

AchtungOnline-Händler müssen sich in einer Vielzahl von Rechtsgebieten auskennen, um Abmahnungen und Schadensersatzklagen zu vermeiden. Im nachfolgenden Beitrag wollen wir Sie noch einmal auf die häufigsten Rechtsverstöße aufmerksam machen, damit Ihnen diese nicht passieren.

Hier erfahren Sie, wo die Abmahnfallen lauern.

Markenrechtsverstöße

Markenrechtsverletzungen führen dazu, dass der Rechteinhaber einen Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch sowie bei Verschulden einen Schadensersatzanspruch (§ 14 MarkenG) hat. Der Unterlassungsanspruch setzt eine Wiederholungsgefahr voraus, welcher jedoch bei einmaliger Rechtsverletzung vermutet wird, sowie ein Handeln im geschäftlichen Verkehr (planmäßige, auf gewisse Dauer angelegte Verkaufstätigkeit).

An einer Wiederholungsgefahr kann es jedoch mangeln, wenn die Verletzung keine Relevanz für das tatsächliche Angebot des Händlers hat (so KG Berlin mit Beschluss v. 15.08.2008 (5 W 248/08). Häufige Rechtsverstöße im Bereich des Markenrechts sind

  • die Verwendung markenrechtlich geschützter Begriffe als Domainnamen,
  • der nicht autorisierte Vertrieb von Markenprodukten (ohne Einverständnis des Herstellers bzw. „Erschöpfung“ im Sinne von § 24 MarkenG),
  • die Verwendung von Markennamen auf der Website ohne Vertrieb der entsprechenden Produkte.

Urheberrecht

Auch bei Urheberrechtsverletzungen kann der Rechteinhaber einen Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch sowie bei Verschulden auch einen Schadensersatzanspruch (§ 97 UrhG) geltend machen, wenn eine Wiederholungsgefahr gegeben ist. Anders als im Markenrecht muss ein Urheberschutz jedoch nicht erst beantragt werden, man erhält ihn von selbst, wenn man ein Werk mit der nötigen Schöpfungshöhe schafft. Besonders häufiger Rechtsverstoß ist hierbei die nicht genehmigte Verwendung fremder Inhalte wie z.B.

  • Produktabbildungen
  • Artikelbeschreibungen
  • Kartenausschnitte

Limitierte Kosten gegenüber Verbrauchern

Gegenüber Verbrauchern sind die Abmahnkosten seit September 2008 bei einfachen Urheberrechtsverletzungen übrigens auf 100 € beschränkt. Online-Händler profitieren jedoch nicht von dieser Regelung.

Wettbewerbsrecht

Bei unlauteren Wettbewerbshandlungen bestehen Beseitigungs-, Unterlassungs-, Schadensersatz- und Gewinnabschöpfungsansprüche (§§ 8-11 UWG). Die für den Unterlassungsanspruch erforderliche Wiederholungsgefahr wird vermutet, wenn eine Rechtsverletzung begangen wurde. Häufige Rechtsverstöße im Zusammenhang mit Onlineshops sind:

Weitaus häufiger werden jedoch Verstöße abgemahnt, die mit konkreten Produkten oder Werbemaßnahmen zusammenhängen, d.h. nicht nur bei Online-Shops, sondern auch im stationären Vertrieb auftauchen können:

AGB immer abmahnbar?

Seit dem Inkrafttreten des UWG am 30.12.2008 ist der Streit beendet, ob AGB immer abgemahnt werden können. Jetzt erfasst das UWG nämlich auch unlautere geschäftliche Handlungen während und nach Vertragsschluss. Fehlerhafte AGB können demnach von Mitbewerbern abgemahnt werden.

Fazit

Achten Sie also besonders darauf, nicht gegen das Marken-, das Urheber- oder das Wettbewerbsrecht zu verstoßen, wenn Sie sich Abmahnungen und teure Gerichtsverfahren ersparen wollen. Beachten Sie auch die Trusted Shops-Studie über die häufigsten Abmahnungen in Onlineshops und lernen Sie aus den Fehlern Ihrer Kollegen. (mr)

Lesen Sie mehr zum Thema Abmahnungen:

4 Reaktionen zu “Die häufigsten Rechtsverstöße im Online-Handel”

  1. Die häufigsten Rechtsverstöße im Online-Handel | xtcModified eCommerce Shopsoftware

    [...] Den ganzen Artikel lesen. [...]

  2. Sitzkissen

    Irgendwie glaube ich, dass die Verstöße mehr werden, je mehr Unternehmen aufmachen. Manche informieren sich entweder gar nicht oder nur teilweise über Gesetze, die sie beachten müssen. Ist ja nicht schlimm, wenn man es nich weiß, aber dann sollte man sich entweder Lektüre kaufen oder sich jemanden zur Seite stellen.

  3. Abmahnung – Aktuelle Links 77 | Abmahnung-Blog.de

    [...] http://www.shopbetreiber-blog.de/2010/09/09/abmahnung-verstoesse/ [...]

  4. Henry

    Der Internethandel ist aus der heutigen Zeit schon überhaupt nicht mehr wegzudenken. Ständig werden immer wieder neue Shops im Internet eröffnet. Längst hat sich dieser Geschäftsbereich zu einem knallharten Konkurrenzkampf entwickelt. Allerdings entspricht bei weitem nicht jede Webseite im Internet allen gesetzlichen Bestimmungen. Teilweise aus Unwissenheit, teilweise aber auch vorsätzlich kommt es immer wieder vor das Betreiber von Shops im Internet Markenrechte verletzten oder die allgemeinen Geschäftsbedingungen fehlerhaft sind. In den letzten Jahren haben sich immer wieder Gesetze geändert die eine Aktualisierung der AGBs, der Rückgabe- und Widerrufsbelehrung erfordern. Immer häufiger kommt es vor das verschiedene Betreiber von Internetseiten gezielt bei der Konkurrenz nach Gesetzesverstössen suchen um diese dann kostenpflichtig abmahnen zu können. Besonders kleine Unternehmen mit niedrigen Einnahmen haben unter solchen Abmahnungen sehr zu leiden da dies immer mit hohen Kosten verbunden ist. Es ist daher unerlässlich sich von Anfang an sehr genau zu informieren bevor man eine gewerbliche Webseite erstellt. Viele Fachanwälte für Internetrecht bieten auch regelmäßige Überprüfungen und Aktualisierungen von AGBs beim Internethandel an. Ich finde es sehr gut das es auf dieser Internetseite viele Informationen rund um das Thema Abmahnungen gibt.

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